Radverkehrskonzept für die Hansestadt

Wie ist die aktuelle Situation im Radverkehr? Wo liegen die Defizite? Wie kann der Radverkehrsanteil erhöht werden?

Mit dem Radverkehrskonzept wird das Ziel verfolgt, ein durchgängiges, verkehrssicheres und qualitativ hochwertiges Radverkehrsnetz zu gewährleisten, das den jeweiligen Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer/innen gerecht wird. Rad Fahrende sollen ihre Zielpunkte im Stadtgebiet Uelzen über kurze, direkte und sichere Verkehrswege erreichen. Eine fahrradfreundliche Infrastruktur sowie eine verstärke Öffentlichkeitsarbeit sollen die Uelzener zum Radfahren animieren. Auch wenn der PKW-Verkehr in Uelzen weiterhin einen hohen Stellenwert haben wird, sollen Rad Fahrende eine größere Präsenz im Straßenverkehr erhalten. Insbesondere für Kurzstreckenfahrten sollen Anreize geschaffen werden, diese auf den Radverkehr zu verlagern.

Das Kernstück des Konzepts bildet ein Maßnahmenplan für die nächsten 10 Jahre. Er beinhaltet 44 konkrete Maßnahmen aus den Bereichen Fahren, Abstellen und Fördern.

Handlungsfelder der Radverkehrsförderung:

Warum Radverkehr fördern?

  • Radfahren schützt Klima und Umwelt
  • Radverkehr stärkt die lokale Wirtschaftskraft
  • Radverkehr reduziert den Bedarf an Parkflächen
  • Radfahren schafft Unabhängigkeit und Flexibilität für viele Bevölkerungsgruppen (Jugendliche, Senioren, Einkommensschwache)
  • Rad- und Fußverkehr erhöht die städtische Aufenthaltsqualität
  • Hoher Radverkehrsanteil ist ein wichtiger „weicher“ Standortfaktor
  • Radfahren ist gut für die Gesundheit

Warum besteht jetzt Handlungsbedarf?

  • Klimaschutzziele der Hansestadt Uelzen sollen erreicht werden
  • Trend zum Pedelec/ E-Bike stellt neue Anforderungen an Radverkehrsinfrastruktur
  • Nahmobilität und flexible Verkehrsmittelnutzung wird immer wichtiger
  • Gute finanzielle Fördermöglichkeiten

Entstehungsprozess

Der vorliegende Konzeptentwurf ist das Ergebnis eines langen Entstehungsprozesses. Aufbauend auf dem Radwegekonzept 2010 wurde das Konzept entsprechend der aktuellen Straßenverkehrsordnung und auch dem aktuellen Wissenstand über Radverkehrsförderung angepasst. Besichtigungen vor Ort, die Expertisen aus zahlreichen Fachvorträgen und Schulungen, Beratungen mit dem Zuständigen für Verkehr bei der Polizeiinspektion und der Straßenbauabteilung der Stadt Uelzen sowie der Vergleich mit anderen Städten sind in das Konzept eingeflossen.

Hinzu kam das Wissen von lokalen Rad Fahrenden. In zwei Bürgerversammlungen sowie einem Aufruf in der Presse und auf der Homepage der Stadtverwaltung wurden Bürgerinnen und Bürger dazu aufgefordert, mitzudiskutieren. Ihre Anregungen wurden dann geprüft, abgewogen und eingearbeitet. Bei der Weiterentwicklung des Konzeptes wurden zahlreiche Feedbackschleifen innerhalb der Verwaltung, mit politischen Gremien und der Polizeiinspektion durchlaufen.

Im Mai 2016 wurde das Radverkehrskonzept durch den Rat der Hansestadt Uelzen mit großer Mehrheit beschlossen. Im Anschluss daran wurde mit den ersten Bau- und Fördermaßnahmen begonnen. Das Konzept muss stetig partizipativ weiterentwickelt und an aktuelle Entwicklungen angepasst werden.

Verbesserungsvorschläge oder Kritikpunkte zum Radverkehrsnetz können Sie uns über den Onlinedienst "Sag´s uns einfach!" mitteilen.

Umsetzung

Das erste Maßnahmenpaket beinhaltet Verbesserungen an Radwegen entlang der Nord-Süd-Achse, Errichtung von Radfahrerschutzstreifen (Esterholzer Str. / Groß Liederner Str.) und Radabstellanlagen (im Bereich Fußgängerzone) und wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Förderkennzeichen 03K04165.