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RÜCKBLICK: 12. Mai * Tour der Energie - erFahren, was Uelzen antreibt

Die Energiewende lässt sich nicht nur erklären. Man kann sie auch erradeln. Genau das zeigte die vom Klimaschutzmanagement der Hansestadt konzipierte „Tour der Energie – erFAHRen, was Uelzen antreibt“ im Rahmen des Uelzener Stadtradelns in der vergangenen Woche. Rund 14 Kilometer führte die Themenradtour quer durch die Hansestadt. An mehreren Stationen erhielten die 20 Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Projekte rund um Wärmeversorgung, Stromerzeugung und energetische Sanierung.

Kommunale Wärmeplanung

Im Mittelpunkt standen ganz unterschiedliche Ansätze der Energieversorgung. Ralf Monecke, Projektverantwortlicher für die städtische Kommunale Wärmeplanung skizzierte den Fahrplan, wie Uelzen künftig fossilfrei mit Wärme versorgt werden kann. Neben individuellen Lösungen schlummert möglicherweise großes Potenzial in der industriellen Abwärme als Schatz der Hansestadt Uelzen, erklärte Monecke, der die dazugehörige Machbarkeitsstudie betreuen wird. Henry Goltz von den Stadtwerken Uelzen erläuterte an einer Gasdruckregelanlage die künftigen Herausforderungen als Energieversorgungs­unternehmen und verwies auf den künftig notwendigen Mix verschiedener Systeme.

Synergien erkennen und nutzen

Wie viel Energie in Abwasser steckt, zeigte der Abwasserzweckverband Uelzen bei einer Führung über die Kläranlage am Spottweg. Zwei frisch modernisierte Blockheizkraftwerke decken dort inzwischen rund 80 Prozent des eigenen enormen Strom- und Wärmebedarfs für den Eigenbetrieb. Der Clou: Fleißige Mikroorganismen zersetzen den anfallenden Klärschlamm und produzieren dabei sogenanntes Faulgas, welches als Brennstoff genutzt wird. Darüber hinaus birgt auch die verbleibende Wärmeenergie im Kläranlagen-Wasserablauf weiteres Potenzial.

Energetische Sanierung und Passivhausstandard:

Neben den großen industriellen Lösungen präsentierte die Stadt ihre Passivhaus-Kita am Emsberg. Der moderne Holzrahmenbau mit ökologischer Dämmung benötigt so wenig Energie, dass zwei Luft-Wärmepumpen ausreichen, den verbleibenden Wärmebedarf für die Betreuung von über 150 Kindern zu sichern. Den dazugehörigen Strom liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Gründach. Ein Leuchtturm für weitere kommunale Neubauten.

Wärmepumpe und PV im Reihenhaus aus den 70er Jahren

Auch private Beispiele waren Teil der informativen Tour. In Oldenstadt berichtete ein junger Familienvater über die Umrüstung seines Hauses aus den 1970er Jahren. Die alte Ölheizung wurde durch eine Luftwärmepumpe ersetzt und über die KfW mit 55 Prozent gefördert. Der Austausch durch den Fachhandwerker dauerte vier Tage. Besonders wichtig sei die richtige Dimensionierung der Anlage – die darf für eine lange Haltbarkeit nicht zu groß sein, erklärte der stolze Hausbesitzer. Zum Abschluss stellte der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses engagiert seine Idee für ein Mieterstromprojekt vor. Bereits vor mehr als 20 Jahren installierte er an seinem Mietshaus Solarstrom- und Solarthermieanlagen und investierte in Dämmung und Wallboxen. Künftig möchte er seinen Mietern günstigen Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage anbieten. Noch erschweren allerdings umfangreiche Vorgaben und Investitionen die Umsetzung solcher sinnvollen Modelle.

„Wir haben gesehen, wie viele gute und unterschiedliche Ansätze es bereits vor Ort gibt. Der direkte Austausch ist wertvoll und trägt dazu bei, voneinander zu lernen und die Energiewende greifbar zu machen. Deshalb werden wir weitere Touren der Energie planen“, sagt Stadtbaurat Andreas Stefansky.

Wir danken allen beteiligten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern und allen Experten für Ihre Teilnahme und hoffen, die Tour bald mit neuen Projekten wiederholen zu können!

Ein besonderer Dank gilt außerdem dem Fahrrad-Club Uelzen e.V. mit Jürgen Vehlow und seinem Team, die die Fahrt begleitet und für Sicherheit gesorgt haben!

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Ihr Klimaschutzmanagement

Karina Timmann & Carla Bank

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