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Corona Klima Tipps: 2 - Energiesparen im Home-Office

Unser Klimaschutzmanagement wäre gerne diesen Frühling bei vielen Veranstaltungen mit Euch ins Gespräch gekommen. Daraus wird ja leider nichts. Deshalb geben wir Euch hier in den nächsten Wochen Klimaschutz-Tipps: Von Spielideen für zu Hause, Energie sparen im Homeoffice bis zu klimafreundlichen Einkaufs-Möglichkeiten.

2 - Energiesparen im Home-Office

Home-Office war bis vor Kurzem eher die Ausnahme, doch momentan ist es für viele Menschen und vielelicht auch für Euch auf unbestimmte Zeit der neue Arbeitsalltag. Viele Angestellte und Selbständige arbeiten seit Beginn der Corona-Krise von zu Hause aus. Teams organisieren sich in Telefon- oder Video-Konferenzen und die Daten vom Büroserver werden über verschlüsselte Verbindungen zu Hause verfügbar.

Ein echter Beitrag zum Klimaschutz: Etliche Arbeitswege oder Dienstreisen mit dem Auto werden da überflüssig und der Ausstoß von Treibhausgasen effektiv vermieden. Beispiel: Würden zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Tag in der Woche von zu Hause arbeiten, könnten rund 4,5 Milliarden Kilometer an Pendlerstrecke und etwa 850 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden (vgl. ifaa 2019). Weiterer positier Nebeneffekt: Auch die öffentlichen Verkehrsmittel werden weniger starkt genutzt, so dass Personen, die in Bus und Bahn unterwegs sein müssen, mehr Platz haben und besser vor Infektionen geschützt sind.

Doch auch im Home-Office wird Energie verbraucht: Über Heizung, Beleuchtung und die erforderliche Elektronik. Computer, Smartphone, Drucker und Co. laufen im Dauerbetrieb.

Wenn Ihr hier Stromkosten und Energie einsparen möchtet, kann ein paar gute Tipps beherzigen:

Laptop & Computer

  • Energiesparmodus einschalten:
    Egal ob Laptop, Tablet, Smartphone oder PC – alle Geräte haben Energiesparoptionen. Die Einstellungen finden sich in der Regel in der Systemsteuerung und „Energieoptionen“ oder ähnlichen Begriffen. Bei Windows-Rechnern: Einstellungen -> System -> Netzbetrieb und Energiesparen. Statt zum Beispiel 80 Watt im Betriebszustand braucht ein moderner PC inklusive Monitor dann nur noch ein Watt oder weniger. Das schont den Akku und Ihren Geldbeutel.
  • Keine Bildschirmschoner verwenden:
    Der Energiesparmodus ist nicht zu verwechseln mit dem Bildschirmschoner. Der sieht zwar schön aus, erhöht aber Ihren Stromverbrauch.
  • Bildschirm ausschalten:
    In der Kaffeepause sollten Sie den Bildschirm Ihres PCs ausschalten bzw. beim Laptop abklappen. Dabei werden keine Programme geschlossen oder Daten verloren.
  • Geräte komplett ausschalten:
    Bei längeren Pausen und am Feierabend trennen Sie Rechner, Modem und Drucker vom Netz, da diese in der Regel auch im ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen (Stand-by). Dies erfolgt am einfachsten über eine abschaltbare Steckdosenleiste. Und es schützt Sie davor, nach Feierabend doch noch einmal die Mails zu checken…
  • Bei Neuanschaffung auf Energieverbrauch achten:
    Wenn Sie einen Computer anschaffen, achten Sie darauf, wie viel Energie dieser verbraucht und ob er richtig für Ihre Anforderungen dimensioniert ist. Weitere Kauftipps finden Sie bei EcoTopTen und bei der DENA (Deutschen Energie-Agentur). Hier finden Sie einen weiteren guten Leitfaden.
  • Ökostrom beziehen:
    Neben den vielen einfachen Möglichkeiten sofort Strom zu sparen, sollten Sie grundsätzlich auf sauberen Ökostrom umsteigen. Dies ist jederzeit bequem online möglich und fast jeder Energieversorger bietet mittlerweile deratige Tarife an. Hinzu kommt, dass in vielen Fällen Ökostrom sogar günstiger ist als der konventionelle Grundversorgertarif – vergleichen lohnt sich! Weil nicht alle Ökostromprodukte nachhaltig sind, sollten Sie auf Gütesiegel achten. Hier finden Sie einen Vergleich der verschiedenen Siegel.
  • Laptop statt PC:
    Wenn möglich, nutzen oder kaufen Sie einen Laptop und keinen Desktop-Computer. Denn das kleinere Gerät verbraucht im Betrieb nur einen Bruchteil des Stroms. Und wer den Rechner hauptsächlich für Schreibarbeiten nutzt, braucht keine High-End-Grafikkarte. Wer mit einem schlanken Notebook statt mit einem ausgewachsenen Multimedia-Desktop-Rechner arbeitet, kann – je nach tatsächlicher Leistungsaufnahme –  laut co2online im Jahr bis zu 65 Euro Stromkosten und 130 Kilogramm Klimagase einsparen.
  • Geräte möglichst lange nutzen:
    Für unsere Umwelt und unser Klima ist es besonders sinnvoll die vorhandenen Geräte möglichst lange zu nutzen. Der Grund liegt im Herstellungsprozess: Die Produktion neuer IT-Geräte braucht sehr viel Energie und Rohstoffe – und setzt somit eine große Menge an Treibhausgasen frei. Aus einer Studie des Umweltbundesamtes geht hervor, das man neue Geräte (üblicherweise rund 10 Prozent sparsamer) mehrere Jahrzehnte lang nutzen müsste, um eine positive Klimabilanz zu erreichen. Prüfen Sie vor einem Neukauf, ob sich Ihr Computer reparieren oder nachrüsten lässt. Und in diesem Zusammenhang wird auch der Kauf von professionell wiederaufbereiteten Geräte (refurbished) empfohlen. Laut der TU Berlin sparen gebrauchte Notebooks 50 Prozent der potenziellen Umweltbelastung ein, die bei der Herstellung neuer Geräte anfällt.


Surfen & Suchen

  • Digital mit Maß:
    Ob Suchen, Spielen, Chatten, Downloaden – die Internetnutzung benötigt vor allem Strom, Tendenz steigend. Zum einen durch die Nutzung des PCs und der angeschlossenen Geräte. Zum anderen haben die Netzinfrastruktur und die Rechenzentren einen erheblichen Strombedarf. So verbrauchten die Server in Deutschland laut Umweltbundesamt im Jahr 2015 allein für den Betrieb rund sieben Milliarden Kilowattstunden Strom, zuzüglich weiterer fünf Milliarden Kilowattstunden für die nötige Kühlung. Die dadurch entstandenen CO2-Emmissionen beliefen sich auf ca. sechs Millionen Tonnen. Das entsprach im Jahr 2015 rund 0,7 % aller Treibhausgasemissionen in Deutschland. 
  • Klimafreundliche Suchmaschine:
    Selbstverständlich verbauchen auch Suchmaschinen Strom. Pro Suchanfrage sind das rund 0,3 Watt-Stunden – da sammelt sich was zusammen. Mittlerweile gibt es aber auch „grüne“Anbeiter, die den Energiebedarf ihrer Rechenzentren mit Ökostrom abdecken bzw. ihre Treibhausgase kompensieren. Achten Sie dabei auf die Label für Ökostrom (Grüner Strom Label, ok-Power) sowie für Kompensationszahlungen (The GoldStandard). Über die kostenlose Wep-App Ecosia gibt es eine umweltfreundliche Alternative zu Google, die nicht nur vollständig CO2 neutral arbeitet, sondern vom gesammelten Gewinn auch Bäume als Kohlenstoffsenken auf der ganzen Welt pflanzt. Nach Angaben der Suchmaschinen-Betreiber bereits mehr als 93 Millionen Bäume.


Drucker & Scanner

  • Standby Betrieb vermeiden:
    Schalten Sie die Geräte richtig aus, wenn Sie sie nicht mehr nutzen. Dafür eignen sich ausschaltbare Steckerleisten besonders gut. Wenn die Stecker schlecht erreichbar sind, bieten sich Funk-Steckerleisten an.
  • Achtung bei Tintenstrahldruckern:
    Tintenstrahldrucker haben einen geringeren Stromverbrauch als Laserdrucker. Bei manchen Tintenstrahldruckern ist das vollständige Abschalten nicht sinnvoll, da der Druckkopf beim Start mit Tinte gespült wird. Das kann mehr Kosten für die Tinte verursachen, als sich durch Verringerung des Stromverbrauchs einsparen lässt. Beachten Sie die Anleitung.
  • Sparsam Drucken:
    Drucken Sie nur das aus, was wirklich nötig ist, möglichst doppelseitig und nutzen Sie zertifiziertes Recyclingpapier zum Beispiel mit dem Label "Blauer Engel".

Weitere Tipps & Informationen findet Ihr hier.


Router & W-LAN

  • Router nachts ausschalten:
    Router sind völlig unterschätzte Stromfresser und verursachen im Dauerbetrieb ca. 30–40 Euro Stromkosten pro Jahr.  Mancher Router verbraucht mehr als ein sparsamer Kühlschrank.
  • W-LAN per Zeitschaltuhr ausschalten:
    Das WLAN-Modul verbraucht den meisten Strom des Routers. Deshalb sollte es bei nicht Nutzung ausgeschaltet werden. Das kann oftmals über eine Zeitschalt-Funktion gesteuert werden.
  • Energiesparende Einstellungen vornehmen:
    Schauen Sie in der Anleitung nach, welche energiesparenden Einstellungen Sie noch aktivieren können. Beispiele: WLAN-Sendeleistung reduzieren, unnötige Funktionen ausschalten, Telefon und Router trennen etc.

Weitere Tipps & Informationen findet Ihr hier.


Bildschirm & Beleuchtung

  • Helligkeit anpassen:
    Ein großes, helles Display verbraucht mehr Strom als ein kleines, dunkles. Passen Sie also die Helligkeit den tatsächlichen Bedürfnissen an.
  • Arbeitsplatz nah am Fenster:
    Sorgen Sie dafür, dass Sie möglichst viel Tageslicht an Ihrem Arbeitsplatz nutzen können. So wird weniger Bildschirmhelligkeit benötigt.
  • LED-Leuchtmittel verwenden:
    Ein Arbeitsplatz sollte immer gut ausgeleuchtet sein. Dafür sollten Sie heutzutage ausschließlich LED-Leuchtmittel verwenden. Ein Tausch rechnet sich: Moderne LEDs sind bis zu 80 Prozent sparsamer als herkömmliche Glühbirnen (diese produzieren zu 95% Wärme und haben damit nur einen Wirkungsgrad von fünf Prozent).

Einen erhellenden Beitrag findet Ihr im Podcast King Kong Klima.


Kaffee- & Mittagspause

Neben den IT-Geräten werden im Home-Office natürlich auch die Küchengeräte mehr beansprucht.

  • Thermoskanne statt Warmhalteplatte:
    Eine Tasse Kaffee oder Tee (möglichst aus fair gehandeltem Bio-Anbau) bringt neuen Schwung. Füllen Sie den Kaffee heiß in eine Thermoskanne anstatt ihn in der Kaffeemaschine warmzuhalten, sparen Sie viel Energie. Und insbesondere Kaffeevollautomaten benötigen relativ viel Energie: Daher am besten nach der Benutzung wieder ausschalten.
  • Leitungswasser statt Flaschenwasser:
    In fast allen Regionen Deutschlands ist das Leitungswasser trinkbar und oftmals sogar von höherer Qualität als abgefülltes teures Flaschenwasser. Leider greifen die Menschen in Deutschland viel zu häufig zu Plastikflaschen. Daher lohnt es sich für Klima, Geldbeutel und Rücken, wenn Sie zukünftig Ihr Trinkwasser nutzen und zu Hause einfach selber sprudeln. Wenn Sie Bedenken haben, können Sie die Wasserqualität analysieren und z. B. auf Bleirückstände testen lassen.
  • Regelmäßig entkalken:
    Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Co. sollten Sie regelmäßig entkalken. Zunehmende Ablagerungen erhöhen den Stromverbrauch und verkürzen die Lebensdauer Ihrer Geräte.
  • Wasser im Wasserkocher erhitzen:
    Am energiesparendsten bringen Sie Wasser mit dem Wasserkocher zum Kochen. Nur ein Induktionsherd kann das genauso effizient. Wenn Sie den Wasserkocher dann auch nur mit der benötigten Wassermenge befüllen, haben Sie alles richtig gemacht.
  • Auf jeden Topf passt ein Deckel:
    Verwenden Sie beim Kochen immer einen Deckel. So kann der aufsteigende warme Wasserdampf nicht entweichen und Sie benötigen weniger Energie. Auch wichtig: Topfgröße und Herdplatte sollten genau zueinander passen.
  • Mit Umluft backen:
    Beim Backofen sollten Sie, wann immer möglich, die Heiß- oder Umluftfunktion nutzen. Hier sparen Sie sich das Vorheizen und können in der Regel eine 20 bis 30 Grad niedrigere Backtemperatur wählen.

Weitere spannende Ernährungstipps im Podcast King Kong Klima

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Wir wünschen Euch allen das Beste für die Zeit im Home-Office!
Euer Klimaschutzmanagement

 

Foto: pressmaster / stock.adobe.com

 

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