Radverkehrskonzept für die Hansestadt

Wie gut kann man in Uelzen eigentlich Fahrrad fahren? Was kann verbessert werden, um einen Umstieg vom PKW auf das Fahrrad attraktiver zu machen?

Diese Fragen bilden die Grundlage für unser Radverkehrskonzept, das 2016 durch den Rat der Hansestadt beschlossen wurde. Kernstück ist ein Plan für zehn Jahre mit 44 konkreten Maßnahmen aus den Bereichen Fahren, Abstellen und Fördern:

Handlungsfelder der Radverkehrsförderung:

Durchgängig, verkehrssicher und qualitativ hochwertig – so soll das Uelzener Radverkehrsnetz sein und damit den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern gerecht werden. Radfahrende sollen ihre Zielpunkte im Stadtgebiet über kurze, direkte und sichere Verkehrswege erreichen können. Eine fahrradfreundliche Infrastruktur soll zum Radfahren animieren. Auch wenn der PKW-Verkehr weiterhin einen hohen Stellenwert haben wird, sollen Radfahrende eine größere Präsenz im Straßenverkehr erhalten. Insbesondere sollen Anreize geschaffen werden, Kurzstreckenfahrten auf den Radverkehr zu verlagern.

Das Radverkehrskonzept wird stetig weiterentwickelt und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Verbesserungsvorschläge oder Kritik können uns jederzeit über den Onlinedienst "Sag´s uns einfach!" mitgeteilt werden.

Warum Radverkehr fördern?

  • Radfahren schützt Klima und Umwelt und trägt so zur Erreichung der Klimaschutz-Ziele der Hansestadt Uelzen bei
  • Radfahren ist gut für die Gesundheit
  • Radfahren schafft Unabhängigkeit und Flexibilität
  • Rad- und Fußverkehr erhöht die Aufenthaltsqualität in der Stadt
  • Der Bedarf an Parkflächen sinkt
  • Die lokale Wirtschaftskraft wird gestärkt

Was wurde bereits umgesetzt?

Folgende Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept wurden in den letzten Jahren umgesetzt:

  • Fahrbahnverbesserung Veerßen/Königsberg/Albertstraße
  • Absenkung der Bordsteinkanten an Radwegefurten (laufend)
  • Markierungsarbeiten zur Verkehrssicherheit an Gefahrenpunkten (laufend)
  • Fahrbahnverbesserung Ilmenauufer
  • Einzelausbesserungen und Sanierung von Radwegen: z.B. zwischen Kirch- und Westerweyhe, Nordallee, Holdenstedter Straße, Sternstraße, Uelzener Straße am Ortseingang Molzen, Neu Ripdorf in Höhe des Sportplatzes
  • Schutzstreifen für Radfahrer: z.B. Groß Liederner Straße, Esterholzer Straße, Am Taterhof, Bahnhofstraße (verbessert durch Abstand zu parkenden Fahrzeugen und Markierung), Albrecht-Thaer-Straße, Medingstraße
  • Vereinzelte Freigabe von Gehwegen für den Radverkehr: z.B. Achterstraße, Miesbacher Straße
  • Bau einer radverkehrsgerechten Abfahrt vom Kreisel in die Straße "Am Königsberg"
  • Fahrrad-Piktogramme und gestrichelte Linien zur Markierung des Radwegs bei stark frequentierten Einfahrten und Kreuzungen (laufend)
  • Fahrradfreundlicher Fahrbahnbelag bei Straßen mit Kopfsteinpflaster: z.B. Turmstraße, Hospitalstraße
  • Gesicherte Radwegeführung auf die Fahrbahn, wenn ein baulich getrennter Radweg auf die Straße führt: z.B. Lüneburger Straße, Bohldamm
  • Aufbau von 60 neuen Fahrrad-Stellplätzen im Innenstadtbereich
  • 86 zusätzliche Abstellmöglichkeiten in der Fahrradabstellanlage am Bahnhof/ZOB durch doppelstöckigen Ausbau
  • Teilnahme am bundesweiten Fahrradwettbewerb Stadtradeln: 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020
  • Errichtung einer Fahrrad Servicestation am Rathaus: Gepäckaufbewahrung und Akkuladeschrank (wurde nach zwei Jahren zum BADUE verlegt), Werkzeug & Luftpumpe, Touristische Radwegekarte
  • Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen e.V. und Vorbereitung einer Zertifizierung zur "Fahrradfreundliche Kommune"

In der Bildergalerie weiter unten haben wir einige umgesetzte Maßnahmen zusammengestellt.

Für einige Baumaßnahmen haben wir Fördermittel aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums bekommen:

1. Verbesserung an Radwegen entlang der Nord-Süd-Achse, Errichtung von Radfahrerschutzstreifen (Esterholzer Str. / Groß Liederner Str.) und Radabstellanlagen (im Bereich Fußgängerzone) im Zuge der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes Teil 1 in der Hansestadt Uelzen. Förderkennzeichen 03K04165.

2. Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur entlang der Ost-West-Achse (Radfahrerschutzstreifen, Bordsteinabsenkungen, Furtenmarkierung). Förderkennzeichen 03K06810.

3. Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur durch Bordsteinabsenkungen insbesondere im Sterngebiet und Austausch von Fahrradständern am Bahnhof/ ZOB in der Hansestadt Uelzen. Förderkennzeichen 03K09527.

Entstehungsprozess

Aufbauend auf dem Radwegekonzept aus dem Jahr 2010 wurde das Radverkehrskonzept unter Berücksichtigung der aktuellen Straßenverkehrsordnung und auch dem aktuellen Wissenstand über Radverkehrsförderung angepasst. Besichtigungen vor Ort, zahlreiche Fachvorträge und Schulungen, Beratungen mit Polizeiinspektion und Straßenbauabteilung und auch der Vergleich mit anderen Städten sind in das Konzept eingeflossen.

In zwei Bürgerversammlungen sowie einem Aufruf in der Presse und auf der Website der Hansestadt wurden Bürgerinnen und Bürger zur Diskussion aufgefordert. Ihre Anregungen wurden geprüft, abgewogen und eingearbeitet.