Corona-Update von Bürgermeister Jürgen Markwardt (23. September 2021)

 

Hallo,

das Corona-Update vom 23. September 2021.

Heute möchte ich Ihnen die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen vorstellen, die bis zum 10. November gelten soll. Der Aufbau insgesamt hat sich verändert. Deswegen muss ich das eine oder andere erklären.

Kommen wir erst einmal zur Ausrichtung. Wonach bemisst sich künftig beim Landkreis, ob er verschärfte Maßnahmen ergreifen muss oder nicht? Ich hatte Ihnen letztes Mal schon dargestellt, dass es jetzt 3 Leitindikatoren gibt. Mittlerweile hat sich das ein wenig verändert. Es gibt jetzt einen Haupt-Leitindikator – das ist die sogenannte 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz. Diese ist der Durchschnitt der letzten 7 Tage, aber nur bezogen auf die Menschen, die aufgrund von Corona oder mit Corona in ein Krankenhaus neu eingeliefert wurden. Wenn dieser Wert 6 übersteigt an einem Tag, dann tritt die Warnstufe 1 ein. Wir liegen derzeit darunter, nämlich bei 3,2. Das ist schon mal sehr gut. Um in eine neue Warnstufe überzugehen muss dieser Hauptindikator überschritten werden plus einer der nächsten beiden folgenden, ergänzenden Indikatoren:

Das ist einmal unsere bekannte 7-Tages-Inzidenz, wenn diese 35 übersteigt, haben wir schon mal das erste kleine Problem. Wir liegen tatsächlich jetzt bei 64,8 das heißt bei 65.

Die zweite Möglichkeit eines ergänzenden Indikators ist die Intensivbettenquote. Das bedeutet also, wie viele Menschen bei der Belegung der Zahl der Intensivbetten sind dort aufgrund von Covid-19. Da ist die Warnschwelle bei 5 %. Wir liegen aktuell bei 5,3 %. Das heißt, auch diesen Hilfsindikator haben wir überschritten.

Trotzdem würden wir noch nicht in eine neue Warnstufe gehen, denn nur die beiden Hilfsindikatoren sind überschritten, nicht der Hauptindikator. Sie sehen, die Hospitalisierung hat jetzt einen sehr hohen Stellenwert. Und zum Verständnis: Es reicht auch nicht, dass der Wert an einem Tag überschritten wird, sondern er muss an 5 Werktagen in Folge überschritten werden. Das bedeutet alle Tage außer Sonn- und Feiertage.

Die Inzidenz haben wir jetzt, Stand heute, an 5 aufeinanderfolgenden Werktagen überschritten – und zwar auch über 50. Denn das ist die nächste Ausnahme und Besonderheit: Egal, ob die beiden anderen Leitindikatoren überschritten sind oder nicht, wenn an 5 aufeinanderfolgenden Tagen die 50 in der Inzidenz überschritten wurde, dann gelten verschärfte Regeln. Das haben wir heute. Das heißt wir dürfen davon ausgehen, dass der Landkreis morgen eine Allgemeinverfügung erlässt, die dann ab Samstag, 25. September, gelten wird.

Was bedeutet das genau für uns? Es werden die sogenannten 3-G-Regeln in Kraft treten. Einfach ausgedrückt: Dann dürfen nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete verschiedene Einrichtungen besuchen, verschiedene gastronomische Angebote nutzen oder auch an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen sowie Dienstleistungen wahrnehmen. Das gilt übrigens nicht für Kinder unter 6, die sind immer außen vor. Auch gilt es nicht für minderjährige Kinder, die noch zur Schule gehen, da sie über die Schule getestet werden. Für alle anderen, die nicht geimpft oder genesen sind bedeutet das: Test. Welche Form von Test? Das kann natürlich zum einen der hochrangigste Test sein, der sogenannte PCR-Test. Der gilt dann übrigens für 48 Stunden als Nachweis. Es kann aber auch ein Antigen-Test sein, den sie auch im Testzentrum machen müssen. Der würde für 24 Stunden gelten. Es reicht aber auch ein Ihnen bekannter Schnelltest. Den dürfen Sie allerdings nicht zuhause machen, den müssen Sie unter Aufsicht vor der Gastronomie/Dienstleister machen und das Ergebnis abwarten.

Wofür gilt nun diese 3-G-Regelung? Die 3-G-Regelung gilt zum einen für private Veranstaltungen. Dann ist es wieder so, bei über 25 Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, die müssen dann zumindest getestet sein.

Das gilt auch für körpernahe Dienstleistungen, zum Beispiel der Frisörbesuch. Weiterhin gilt die Regelung für den Bereich von Innengastronomie. Hier ist noch eine Unterscheidung vorzunehmen. Wenn Sie eine Außengastronomie besuchen, gilt 3-G nicht. Wenn Sie allerdings rein wollen, dann müssen Sie geimpft, genesen oder getestet sein.

Das gleiche gilt für Diskotheken, für Clubs oder Shisha-Bars, aber z.B. auch für unser Kino. Auch dort wird dann zukünftig, wahrscheinlich ab Samstag, gelten: Sie kommen nur mit Testnachweis rein, wenn Sie nicht geimpft sind.

Das Gleiche gilt auch für den Sport im Innenbereich. Wenn Sie also mit Ihrer Mannschaft in einer Halle Sport machen wollen, dann müssen Sie drauf achten, dass alle entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Im Schwimmbad oder Fitnessclub gilt das Gleiche.

Auch bei Beherbergungsbetrieben, also in Hotels oder auf Campingplätzen, brauchen Sie als Nicht-Geimpfter bei Anreise einen Test und müssen während Ihres Aufenthaltes auch noch mehrmals einen Test machen.

Sie merken, es wird für die Menschen, die nicht geimpft sind und nicht genesen sind, schwieriger. Übrigens gilt die 3-G-Regelung völlig unabhängig von der Inzidenz jetzt schön überall dort wo Sie auf kranke oder ältere Menschen treffen könnten, wie z.B. in Krankenhäusern oder auch in Alten- und Pflegeheimen oder Reha-Einrichtungen.

Völlig außen vor sind die Großveranstaltungen über 1.000 Personen, da brauchen Sie das sowieso, aber das lasse ich jetzt mal außen vor.

3-G entfällt dann ab Samstag nur noch unter speziellen Voraussetzungen. Bei religiösen Veranstaltungen z.B. oder – für Sie wichtig – für die Wahl. Auch bei Aus- oder Fortbildungsveranstaltungen oder Weiterbildungsveranstaltungen oder Versammlungen nach Artikel 8 fällt es weg.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit. Gastronomen, aber auch Frisörbetriebe oder Sonstige, können sich auch für eine 2-G-Regelung entscheiden. Das bedeutet dann, dass zukünftig der Zugang nur noch gestattet ist für Geimpfte und Genesene. Getestete kommen dann nicht mehr rein. Dann würden automatisch alle anderen Kontaktauflagen entfallen. Das gilt dann auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dort arbeiten. Die müssen dann auch einen Impfnachweis haben oder genesen sein. Da der Arbeitgeber aber nicht fragen darf, ob man geimpft ist, gibt es auch hier eine Ausnahme: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das nicht zeigen wollen, die müssen dann zumindest eine FFP2-Maske tragen und täglich einen Testnachweis erbringen.

Für Menschen, die aufgrund einer medizinischen Indikation nicht geimpft werden können, gilt die Ausnahme: Mit medizinischem Attest plus Schnelltest darf eine ungeimpfte Person auch rein. Sie muss aber diese beiden Dinge vorzeigen.

Noch ein paar Informationen zum Thema Schule. Ganz grundsätzlich ist eine Maske zu tragen. Seit gestern müssen die ersten und zweiten Klassen keine Maske mehr im Unterricht tragen. Da gibt es also eine Erleichterung. Für alle anderen gilt weiterhin die Maskenpflicht in allen Bereichen der Schule. Die Schule wird Ihnen mitteilen, dass nach den Herbstferien wieder spezielle Regelungen gelten. Aufgrund der Reiserückkehrer wird es wieder so sein, dass für die ersten 5 Schultage jeden Tag ein Test durchgeführt werden muss. Kinder, die bereits geimpft oder genesen sind, sind von der Testpflicht befreit.

Sie merken, es wird schwieriger für Menschen, die nicht geimpft sind. Bitte bedenken Sie dabei auch noch, dass ab dem 11. Oktober die kostenlosen Bürgertests entfallen. Das heißt, mit einigen wenigen Ausnahmen wird es so sein, dass Sie Ihre Tests dann alle selbst bezahlen müssen.

Sie haben sicherlich auch den Medien entnommen, dass gerade die Entscheidung getroffen wurde, dass spätestens ab 1. November auch die Lohnfortzahlung entfallen soll. Das heißt nichts anderes, als wenn Sie sich entschließen, als Ungeimpfter oder Nicht-Genesener in den Urlaub zu fliegen und kommen zurück aus einem Hochrisikogebiet und müssen in Quarantäne, gibt es kein Geld mehr.

Bitte lassen Sie sich impfen und bleiben Sie dadurch gesund.

Bis bald!

Ihr Jürgen Markwardt