Corona-Update von Bürgermeister Jürgen Markwardt (3. September)

 

Hallo,

das Update vom 03.09.2020. Zur Lage: Aktuell haben wir im Landkreis Uelzen neun Infizierte. Davon sechs in der Hansestadt. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie von 89 Personen 80 wieder genesen. Für die Hansestadt Uelzen bedeuten die Zahlen, dass zurzeit 0,02 % der Bevölkerung (aufgerundet!) infiziert sind.

Diese Zahl ist noch akzeptabel und händelbar – angesichts der Tatsache, dass Schulen und Kitas ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. Wir müssen uns damit in den nächsten Wochen und Monaten voraussichtlich abfinden. Aber ich glaube, dass wir das bewältigen können.

Ich freue mich sehr, dass es alle Grundschulen in der Stadt Uelzen geschafft haben, den Ganztagsbetrieb sicherzustellen – bis auf die Lucas-Backmeister-Schule, die derzeit einen Notbetrieb für Kinder berufstätiger Eltern auf die Beine gestellt hat. Glauben Sie mir, das ist in der jetzigen Phase unter den derzeitigen Rahmenbedingungen eine große organisatorische Leistung. Dafür möchte ich mich bei allen bedanken, die in der Schule tätig sind – in erster Linie bei den Lehrerinnen und Lehrern. Ganz besonders aber auch bei den Schulleitungen, Sekretariaten, Hausmeistern und dem weiteren pädagogischen Personal. Für diese Menschen ist diese Situation eine echte Herausforderung und bedeutet in aller Regel mehr und nicht weniger Arbeit. Herzlichen Dank für diese Arbeit.

Was Corona angeht, wird es von der Seite des Landes Niedersachsen bis zum 1. Oktober keine weiteren Lockerungen geben, da die Zahlen zurzeit zu unstet sind, mal steigen, mal sinken.

Über Weihnachtsmärkte wird ja auch schon diskutiert. Das hält sich die Landesregierung noch offen und hat angekündigt, sich darüber Gedanken zu machen. Auch wir in Uelzen arbeiten mit Hochdruck an einem Konzept. Andere Städte wie Köln, aber auch Lüneburg haben bereits erklärt, keinen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Dieses Ziel verfolgen wir nicht. Wir versuchen einen Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen auf die Beine zu stellen. Ich muss Ihnen aber auch sagen, dass ist der Stand heute. Wir werden natürlich immer von Woche zu Woche neu entscheiden müssen, ob das möglich ist oder nicht. Bei steigenden Zahlen wird das sehr unwahrscheinlich. Wenn es so bleibt wie es ist, glauben wir, dass es funktionieren kann. Es wird nicht der Weihnachtsmarkt und der Weihnachtszauber sein, so wie wir ihn kennen, und insbesondere für die Veranstaltung am 23. Dezember brauchen wir sicherlich ein anderes Format. Denn bis zu 6.000 Zuschauer, die wir sonst vorm Alten Rathaus haben, werden wir so nicht zulassen können.

Abschließend gestatten Sie mir nochmal eine persönliche Einschätzung der Situation rund um die Demonstrationen gegen Corona. Vorab: Ich bin, und das dürfen Sie mir glauben, überzeugter Demokrat und die Meinungsvielfalt ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Demokratie. Jeder darf demonstrieren. Dementsprechend darf man gegen Atomkraft sein. Man darf gegen das Abholzen von Wäldern sein. Es gibt so viele Möglichkeiten, für oder gegen etwas zu sein und alle haben auch das Demonstrationsrecht verdient. Allerdings, wenn Menschen anfangen zu demonstrieren, weil andere uns versuchen zu schützen, dann erscheinen zumindest die ersten Fragezeichen in meinem Gesicht. Wenn diese Demonstrationen auch noch als Deckmantel für rechte Gruppen genutzt werden und möglicherweise den Reichstag damit noch stürmen zu wollen, spätestens dann bin ich ein wenig sprachlos. Wir dürfen uns nicht instrumentalisieren lassen. Dementsprechend haben Sie bitte Ihre Meinung. Gehen Sie bitte aber auch vorsichtig mit dieser Meinung um und akzeptieren Sie auch alle: Wir wollen gerade uns alle gegenseitig schützen. Daher ist für mich nicht besonders viel Platz für diese Demonstrationen. Jedenfalls nicht, wenn sie gewalttätig laufen und schon gar nicht, wenn sie von Rechten für deren Zwecke genutzt werden. Das ist meine persönliche Meinung, nicht die Meinung der Stadt, sondern jetzt spreche ich ganz persönlich.

Wenn es Neuigkeiten gibt, werde ich mich wieder bei Ihnen melden. Aktuell ist die Lage relativ ruhig, hoffen wir, dass es so bleibt.

Bleiben Sie bitte gesund!

Ihr Jürgen Markwardt