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Aus der Sitzung des Rates der Hansestadt Uelzen am 15. Dezember:

16.12.2025

Krippen-Beiträge in Uelzen bleiben stabil

Die Krippen-Beiträge in Uelzen bleiben stabil und werden nicht deutlich erhöht: Der Rat der Hansestadt hat einstimmig ein Kalkulationsmodell beschlossen, das vorsieht, die Einkommensgrenzen so anzupassen, wie es die Sozialgesetzbücher VIII und XII vorschreiben. Die sogenannte Spreizung – der Abstand zwischen den Stufen – wird auf 7,5 Prozent festgelegt, sodass Familien mit höherem Einkommen nicht weniger bezahlen als vorher. Die Hansestadt nimmt künftig damit quasi identisch viel Geld aus den Elternbeiträgen ein wie aktuell, im Schnitt bezahlt eine Familie dann rund 90 Cent im Monat mehr.

Die Staffel der Krippen-Beiträge der Hansestadt Uelzen ist in zwölf Einkommensstufen eingeteilt, berücksichtigt Haushaltsgröße mit Personenzahl und Betreuungszeit.


Doppelhaushalt beschlossen

Der Rat hat gestern den Doppelhaushalt 2026/2027 der Hansestadt mit einem Defizit von jeweils rund 22,9 Millionen Euro mit großer Mehrheit beschlossen.

„Die Ausgaben im städtischen Haushalt haben ein bisher nicht gekanntes Niveau erreicht. Hintergrund hierfür sind die massiven Kostensteigerungen der vergangenen Jahre in fast allen Bereichen. Wichtigste Ursache für die ungebremst steigenden Ausgaben ist jedoch, dass Kommunen viele Aufgaben stemmen müssen, für die sie nicht ausreichend vom Land finanziert werden. Die strukturelle Unterfinanzierung der kommunalen Ebene ist das Kernproblem“, betonte Erster Stadtrat und Kämmerer Dr. Florian Ebeling erneut.

In beiden Jahren des Doppelhaushalts werden nach vielen Jahren erstmals wieder Kredite benötigt. Die Hansestadt investiert weiter in wichtige Projekte. (Die wichtigsten Positionen im Haushalt: s. Pressemitteilung Hansestadt vom 9. Dezember)

Der Rat hat sich zudem für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Uelzen positioniert. Mit 25 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und vier Enthaltungen sind für den Antrag der CDU-Fraktion „Gründung Eigenbetrieb Wirtschafts- und Innovationsagentur“ 550.000 Euro in 2026 und 850.000 Euro in 2027 in den Haushalt aufgenommen worden. Für den Antrag der SPD-Fraktion auf Gründung einer Erschließungsgesellschaft zur Stärkung der Wirtschaft sind 2026 und 2027 jeweils 300.000 Euro vorgesehen (24 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen). Die genaue Umsetzung soll gemeinsam beraten werden.


Sportförderung für fünf städtische Vereine beschlossen

Der Rat hat einstimmig beschlossen, die angekündigten Projekte fünf Uelzener Sportvereine zu fördern. Grundlage sind die städtischen Sportförderrichtlinien. (Pressemitteilung Hansestadt vom 9.12.)

Busbahnhof am Rathaus Uelzen erhält Zusatznamen: Henriette-Praesent-Platz

Dem Busbahnhof am Rathaus wird der Zusatzname „Henriette-Praesent-Platz“ verliehen. Vorausgegangen war ein Antrag der CDU-Stadtratsfraktion.

„Henriette Praesent war keine Patrizierin, keine Adelige, keine „gebildete Dame“ – sondern eine bürgerliche, praktische, zupackende Frau. Genau dieser Realismus, gepaart mit der visionären Gestaltungskraft als Unternehmerin, macht sie zu einem idealen Vorbild – auch für junge Menschen heute. Sie lebte, was wir in der heutigen Gesellschaft vermitteln wollen: Eigenverantwortung, Durchhaltevermögen, Familie und wirtschaftlicher Aufbau“ – heißt es im Antrag der CDU-Fraktion.

Praesent wurde 1782 als Tochter einer Kaufmannsfamilie in Gandersheim geboren. 1803 heiratete sie den Kaufmann Johann Christian Praesent und zog mit ihm nach Uelzen. Gemeinsam betrieben sie einen florierenden Handel mit Flachs, Schafwolle, Honig, Getreide und Gewürzen. Zwischen 1803 und 1820 brachte sie neun Kinder zur Welt, von denen vier im Säuglings- und Kleinkindalter starben.

1827, nach dem frühen Tod ihres Mannes, übernahm Henriette Praesent das Geschäft alleinverantwortlich. Sie baute den Landhandel massiv aus, trotz persönlicher Rückschläge und gesellschaftlicher Restriktionen für Frauen. Nach dem großen Stadtbrand von 1826 ließ sie in der Gudesstraße 1 ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten. Dort leitete sie persönlich den Manufakturladen. Für die Qualität ihrer Garne und Leinen erhielt sie 1855 auf der Industrieausstellung in München eine Auszeichnung.

Seit September 2021 gehört Uelzen zur landesweiten Initiative „frauenORTE Niedersachsen“. Auch damit erinnert die Stadt an Henriette Praesent. Die Initiative frauenORTE Niedersachsen wurde vom Landesfrauenrat Niedersachsen e. V. ins Leben gerufen. Sie würdigt Frauen, die Geschichte geschrieben haben, aber in der öffentlichen Erinnerung oft fehlen.