
Foto (FSC Deutschland): v. l. Elmar Seizinger, Leiter FSC-Waldbereich; Thomas Göllner, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadtforst; Jürgen Markwardt, Bürgermeister Hansestadt Uelzen; Axel Freude, Vorstand FSC-Sozialkammer; Dietmar Hellmann, Vorstand FSC-Wirtschaftskammer
10.11.2025
Pressemitteilung des FSC Deutschland
Stadtwald Uelzen feiert 25 Jahre FSC-Zertifizierung
Uelzen, 10.11.2025 – Als Auftakt des siebten FSC-Walddialogs feierte Uelzen 25 Jahre Engagement für verantwortungsvolle Waldwirtschaft in der Woltersburger Mühle. Bürgermeister Jürgen Markwardt und Forstamtsleiter Thomas Göllner nahmen die Urkunde entgegen.
Pioniere, Vorreiter und Vorbilder - so nennt man sie heute, all jene, die vor 25 Jahren zu den ersten gehörten, die sich nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizieren ließen und damit für verantwortungsvolle Waldwirtschaft einstanden. Damals jedoch wurden sie als Spinner bezeichnet und „vom Pfad Abgekommene“, beschrieb Elmar Seizinger, Leiter des Waldbereichs bei FSC Deutschland während der Übergabe der Jubiläumsurkunde die damalige Stimmung in der Forstwirtschaft. Er betonte: „Heute gibt Ihnen der Wald recht. Danke für den Mut, den Sie damals aufgebracht haben.“
Die Waldfläche des Kommunalwalds der Hansestadt Uelzen in der Lüneburger Heide beträgt 893 Hektar. Der Stadtforst ist nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Einwohner der Stadt und Umgebung. Beliebtes Ziel der Uelzener ist das Wildgatter nahe dem Klinikum. Hier werden Wildschweine, Rot- und Damwild, Mufflons, Fasane und die Uelzener Uhus gehalten. Das Füttern der Wildschweine und Rothirsche ist zu jeder Jahreszeit besonders bei Kindern sehr beliebt. Darüber hinaus stellt der Wald auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicher.
Leistung ohne engagierte Mitarbeitende nicht möglich
So wie der Uelzener Wald verschiedensten Ansprüchen gerecht werden muss, so steht auch die FSC-Zertifizierung nicht nur für einen Interessenausgleich von Wirtschaft und Umwelt, sondern auch von sozialen Aspekten, wie fairen Löhnen, Arbeitssicherheit und Unfallverhütung. Das macht die Zertifizierung so besonders, wie auch Jürgen Markwardt, Bürgermeister der Hansestadt Uelzen, bei der Ehrung betonte: „Seit dem Jahr 2000 ist unser Wald nun schon FSC-zertifiziert und darauf sind wir stolz. Denn das darf man nicht vergessen, FSC ist eines der verlässlichsten, besten Siegel, das man für den Wald bekommen kann.“
Dass sich das Engagement von Uelzen sehen lassen kann, führte auch der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadtforst Thomas Göllner aus. Denn vor der FSC-Zertifizierung zählte der Wald 1997 mit Lübeck und Göttingen außerdem zu den ersten drei Städten, die nach Naturland-Richtlinien zertifiziert wurden und darüber hinaus blickt der Uelzer Stadtwald dieses Jahr auf 50 Jahre naturgemäße Waldbewirtschaftung zurück. Göllner richtete das Wort aber auch an sein mehrköpfiges Team, das im Publikum saß: “Diese Ehrung widme ich meinen Mitarbeitenden, ohne ihren Einsatz wäre das alles hier nicht möglich.“
FSC-Walddialog in Woltersburger Mühle
Die Ehrung zum 25-jährigen FSC-Jubiläum war Auftakt zum zweitägigen siebten FSC-Walddialog. Die Veranstaltung zum Thema „Arbeitssicherheit – Konflikt mit Naturschutz und Wirtschaftlichkeit“ wurde in Kooperation mit der Stadt Uelzen, der IG BAU und FSC in der Woltersburger Mühle organisiert. Teilnehmenden bot sie eine Plattform zur Diskussion und Wissensvermittlung rund um das Thema Arbeitssicherheit im Wald. Expertinnen und Experten sowie Waldbewirtschaftende berichteten über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen. Wirkungen, die die FSC-Zertifizierung hat beziehungsweise haben sollte, wurden diskutiert.
Pressekontakt:
Lars Hoffmann, lars.hoffmann@fsc-deutschland.de , 0761-38653 68
Über FSC
FSC ist die weltweit zuverlässigste Organisation für die Absicherung wichtiger Umwelt- und Sozialstandards im Wald. FSC unterstützt Waldbewirtschaftende, Unternehmen und Regierungsorganisationen dabei, gesunde Waldökosysteme zu fördern und die Lebensgrundlagen im Wald zu sichern. Dabei ist FSC die Plattform für einen gleichberechtigten Dialog zwischen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen. Weltweit sind rund 165 Millionen Hektar Wald nach dem FSC-Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung zertifiziert. Über 66.000 Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den Handel und die Verarbeitung zertifizierter Materialien. Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die mindestens jährlich wiederholt wird.
Über FSC Deutschland
In Deutschland sind rund 1,1 Million Hektar Wald FSC zertifiziert und rund 4.200 Betriebe verfügen über eine Zertifizierung ihrer Produktkette nach den FSC Standards (Stand: Oktober 2025). In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die biologische Vielfalt fördert und die gegenüber interessierten Bürger:innen sowie Organisationen transparent handelt. Kahlschläge bei der regulären Holzernte sind untersagt und Pestizide dürfen nur eingesetzt werden, wenn dies gesetzlich gefordert wird. FSC setzt sich für die Mehrung natürlicher Mischwälder, die Schonung des Waldbodens, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme ein. Damit sind FSC-zertifizierte Wälder stabiler in einem sich wandelnden Klima und können als Ökosystem mehr CO2 langfristig binden. Für die Menschen im Wald sichert FSC faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung im Wald.
In Deutschland ist FSC als gemeinnütziger Verein tätig und engagiert sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern für eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Zu den Mitgliedern von FSC Deutschland zählen u.a. Umweltorganisationen wie WWF, BUND, NABU und Robin Wood, Soziale Organisationen mit Bezug zu Wald sowie die Gewerkschaften IG BAU und IG Metall aber auch Waldbesitzer:innen, Kommunen sowie zahlreiche Unternehmen und Verbände aus Produktion und Handel wie u.a. OTTO Group, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Stadt Wiesbaden, Lidl, Dehner, Klöpfer Holz und viele mehr.