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Grundschuldiskussion: Uelzener Rat stimmt Kompromissvorschlag des Bürgermeisters zu

Grundschüler sind von hinten zu sehen, die sich melden. An der Tafel steht eine Lehrerin, die auf einen Schüler zeigt.
Foto: WavebreakMediaMicro / stock.adobe.com

 

Der erweiterte Schulbezirk Veerßen wird vorerst nicht aufgelöst

Der Rat der Hansestadt Uelzen hat am Montagabend einem 9-Punkte-Papier zur Grundschullandschaft zugestimmt. Das Papier - als Kompromisslösung erarbeitet und eingebracht von Bürgermeister Jürgen Markwardt - greift neben der Debatte zur Auflösung des Schulbezirkes Veerßen auch die aktuell verschiedenen Ansätze der Diskussion um die Uelzener Grundschulen auf.

Zur Auflösung des erweiterten Schulbezirkes kommt es danach nur, wenn in der dortigen Grundschule bis zum 31. Juli des Einschulungsjahres eine Schülerzahl von 23 überschritten wird. Die Einschulung in Veerßen soll in diesem und nächstem Jahr einzügig erfolgen.

Das verabschiedete 9-Punkte-Papier lautet wie folgt:

Präambel

Die Zukunftschancen unserer Kinder werden neben den familiären Faktoren maßgeblich durch die jeweilige Schulbildung beeinflusst. Dieses Positionspapier unternimmt den Versuch, die aktuell verschiedenen Ansätze der Grundschuldiskussion aufzugreifen und einer konsensfähigen Lösung zuzuführen.

Der aktuell von der Hansestadt Uelzen zur Verfügung gestellte Schulraum ist ausreichend bemessen. Eine Ergänzung des Schulraums in Veerßen ist nicht erforderlich (einzige mögliche Ausnahme: Umwandlung in eine Ganztagsschule). Dafür wird die Schulbezirkssatzung um die Regelung des Punktes 3 des Positionspapiers ergänzt.

Alle Schulbezirke werden gemäß Punkt 5 bis zum 30.06.2022 überprüft und ggf. neu zugeschnitten. Die Diskussion wird in einer dafür zu bildenden Arbeitsgruppe / Kommission und im zuständigen Fachausschuss geführt und dem Rat der Hansestadt Uelzen über den Verwaltungsausschuss zur Entscheidung vorgelegt.

Beschlossen wurden folgende neun Punkte:

1.
Die bestehende Grundschullandschaft Uelzens wird nicht verändert, d.h. alle aktuell bestehenden Grundschulen erhalten eine Bestandsgarantie.
Wir sind uns einig, dass für die GS Molzen als unterstützende Maßnahme die Erweiterung des eigenen Schulbezirks (erweiterter Grundschulbezirk Molzen) erforderlich ist.

2.
Der Schulraum der Uelzener Grundschulen ist für die aktuellen Schülerzahlen ausreichend und wird nicht erweitert. Wir treffen gemeinsam die erforderlichen Steuerungsmaßnahmen (Festlegung von Schulbezirken), um dieses Ziel zu erfüllen. Im Falle der Umwandlung der GS Veerßen in eine Ganztagsschule wird der Schulraum Veerßen einer gesonderten Prüfung hinsichtlich eines Erweiterungsbedarfs (z.B. Gruppenräume, Mensa) unterzogen.

3.
Die Einschulung in die GS Veerßen wird in den nächsten zwei Jahren einzügig erfolgen. Wir verpflichten uns gemeinsam, alle Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Dafür fasst der Rat der Hansestadt Uelzen parallel einen Beschluss zur Schulbezirkssatzung zur Auflösung des erweiterten Schulbezirks Veerßen, wenn für die GS Veerßen bis zum 31.07. des Einschulungsjahres eine Schülerzahl von 23 überschritten wird.

4.
Die Kapazitätsgrenzen der Uelzener Grundschulen werden wie folgt festgeschrieben:

GS Sternschule: dreizügig
GS Lucas-Backmeister-Schule (LBS): dreizügig
GS Hermann-Löns-Schule (HLS): dreizügig
GS Oldenstadt: dreizügig
GS Westerweyhe: zweizügig
GS Holdenstedt: ein- bis zweizügig
GS Veerßen: einzügig
GS Molzen: einzügig

Für die bereits eingeschulten Jahrgänge (vor SJ 2021/22) sprechen wir einen Bestandsschutz aus.

5.
Wir verpflichten uns, bis zum 30.06.2022 alle Schulbezirke zu überprüfen und ggf. neu zuzuschneiden, um die in Punkt 4 benannten Kapazitätsgrenzen nicht zu überschreiten. Dabei werden insbesondere soziale Aspekte berücksichtigt, um eine möglichst ausgewogene Schülerschaft in allen Schulen zu gewährleisten.
Der Stamm- und der erweiterte Schulbezirk Veerßen werden zu diesem Zeitpunkt, im Falle einer automatischen Auflösung zum 31.07. des Einschulungsjahres (Punkt 3) spätestens im Folgejahr, durch eine noch festzulegende und hinreichende Erweiterung des aktuellen Stammschulbezirks Veerßen ersetzt.

6.
Wir initiieren zeitnah eine Elternumfrage zur Einführung einer Ganztagsschule in Veerßen. Das Ergebnis wird in die weiteren Planungen der Schulbezirke einbezogen.

7.
Wir vereinbaren, dass insbesondere die Innenstadt-Grundschulen (LBS, HLS, Sternschule) einer gesonderten Betrachtung unterzogen werden. Ziel ist es, in allen Grundschulen ähnliche und gute Lernvoraussetzungen und Bildungschancen zu schaffen.

8.
Insbesondere das Schulprofil der LBS bedarf einer Evaluation. Wir verpflichten uns, die Schulleitung, den Schulvorstand und den Schulelternrat zu unterstützen.
Wir bitten das Regionale Landesamt für Schule und Bildung, die LBS projektbezogen zu begleiten, z.B. durch ein „Turn-Around-Projekt“, welches wir dieses Jahr mit 50.000 Euro unterstützen werden. Die Hansestadt Uelzen wird an diesem Projekt teilnehmen.

9.
Bei den zukünftigen Investitionen in die Uelzener Grundschullandschaft werden in den nächsten drei bis fünf Jahren die Innenstadt-Grundschulen (LBS, HLS, Sternschule) Vorrang erhalten, um ein gutes und förderliches Lernklima zu schaffen. Dies gilt insbesondere auch für den Bereich der Digitalisierung.
Mit der Neugestaltung des gesamten Schulgeländes der LBS wird bereits 2021 begonnen. Dies ist bereits finanziell hinterlegt.