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UELZENER Filmtage 2022: 19. Niedersächsischer Schüler- und Jugendfilmpreis wurde verliehen

Silas Degen ist auf einer Leinwand zugeschaltet. Er sitzt vor einem Klavier.

Foto (Oliver Huchthausen): Preisträger Silas Degen

22.11.2022

Die Uelzener Filmrolle geht nach Hildesheim, weitere Preisträger aus: Braunschweig, Bad Münder, Schüttorf, Destedt, Hemmingen, Wolfsburg, Ganderkersee

Silas Degen hat bei den Uelzener Filmtagen den ersten Preis gewonnen. Der 22-jährige Hildesheimer konnte sich beim 19. Niedersächsischen Schüler- und Jugendfilmfestival 2022 mit seinem zehnminütigen Film „Findelleiche“ gegen eine starke Konkurrenz bei der Jury durchsetzen. Er freut sich über 500 Euro und die „Uelzener Filmrolle“. „Der Film überzeugt durch ein originelles, gut zu Ende gedachtes Konzept für viele bizarre Situationen. Ein klasse Ensemble spielt in toll ausgestatteten Sets voller liebevoller Details. Situationskomik wechselt sich ab mit geschliffenen, überraschenden Dialogen – mit vielen kleinen Spitzen in alle möglichen Richtungen“, so die Jury. Zudem geht auch der Preis der Jungen Presse Niedersachsen in Höhe von 250 Euro an Degen. Die für diese zweite Auszeichnung verantwortliche Jugendjury stimmt überein: „Den Film, den wir heute prämieren, hat uns in jeder Hinsicht voll überzeugt.“

Abräumen konnte auch Carl Fester aus Braunschweig: Der Preis der niedersächsischen Kultusministerin, dotiert mit 500 Euro, geht an ihn für seinen Film „Der Bankraub“. Die Jugendjury, die diesen Preis vergibt, meint: „Wir waren sehr beeindruckt, welch ein humorvolles, stringentes Storytelling ein 14-Jähriger im Alleingang auf die Bühne bringt. Der Film ist gespickt von kreativen Einfällen und kleinen Side-Stories.“ Zudem wurde eine lobende Erwähnung ausgesprochen: „Die Animation ist gelungen, ebenso der trockene und realbezogene Humor. Diese Art des Filmes ist sehr herausgestochen.“

Die Grundschule Bad Münder hat für den Film „Bei uns an der Grundschule“ den Preis der Uelzener Versicherung, dotiert mit 250 Euro, erhalten. Der Beitrag behandelt eines der aktuellen Themen unserer Zeit – die Pandemie. „Doch statt sich zu beschweren oder Vergangenem hinterherzutrauern, hat sich eine Grundschule etwas ganz besonders Pfiffiges einfallen lassen“, so die Jury.

Der Film „Retter auf vier Pfoten“ von Jennifer Lepski aus Schüttorf hat klar strukturiert und verständlich in die Welt der Hunde und ihrer Trainerinnen sowie Trainer geführt. Die Jury prämierte den Film der 20-Jährigen mit dem Preis der Volksbank Uelzen-Salzwedel eG im Wert von 125 Euro.

Zwei Filme der offenen Ganztagsgrundschule Destedt unter der Leitung Ulli Kleinfelds wurden mit einem Preis der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg in Höhe von 125 Euro bedacht. Mit dem Film „Ida“ wird auf kreative, liebevolle und lustige Weise das Thema Inklusion behandelt. Der zweite Beitrag „Das Kind der Zukunft“ fesselte durch Einfallsreichtum. Die Jugendjury: „Eine lobende Erwähnung möchten wir der offenen Ganztagsgrundschule Destedt mit dem Film „Das Kind aus der Zukunft“ widmen.“

Theresa Ernst und Chiara Jacobi (14 und 17 Jahre) aus Hemmingen nahmen den Preis des Úelzener Central Theaters von 125 Euro für ihren Film „Little did we know“ entgegen. Die Jury: „Wir haben uns hier für einen besonders ästhetisch gestalteten Film entschieden, der sich thematisch mit der Situation des Homeschoolings und der damit verbundenen Isolation während der Corona-Zeit befasst.“

Der Film der 19-jährigen Maja Rode aus Braunschweig wurde mit ihrem Film „Zwischen den Räumen“ für das größte deutsche Festival für junge Filmer, das „up-and-coming“ in Hannover, nominiert. Der Beitrag hat die Jury überzeugt: „Das filmische Experiment, das neben eindrucksvoll genutzten Greenscreen-Szenen auch Anteile von Stop Motion und grafischer Animation enthält, führt uns in eine traumhafte Welt zwischen Leben und Tod.“

Lobende Erwähnungen fanden zudem das Filmprojekt „F*ck Sexism“ des Jugendbeirates der Stadt Wolfsburg sowie der Film „Kleines Pflaster-Große Wirkung“ von Hauke Stammerjohanns (12 Jahre) aus Ganderkersee.

Die fünfköpfige Fachjury bestand aus dem Schauspieler Axel Schreiber, Filmemacher Henrik Paro, Filmlehrerin Karin Schüttendiebel sowie die Vertretenden der Jungen Presse Dorothea Schrader uns Niklas Heib. Die dreiköpfige Jugendjury war besetzt mit den Lüneburgerinnen Emma Zawallich (18 Jahre), Karina Köstner (19 Jahre), und dem aus Uelzen stammenden Ole Hellström (19 Jahre). Alle Jury-Mitglieder hatten sich während des dreitägigen Filmfestivals 23 Filme von Schülern und Jugendlichen aus ganz Niedersachsen angesehen und damit auseinandergesetzt, bevor sie einstimmig entschieden haben. Eingereicht wurden insgesamt 33 Filmbeiträge.

„Die Energie, Zielstrebigkeit und Kreativität der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, ihre filmischen Vorstellungen umzusetzen, ist immer wieder beindruckend. Das führt im Ergebnis zwar nicht immer gleich zu einem Preis, aber häufig zu der Gewissheit, dass man sein Hobby zum Beruf machen möchte“, meint Thomas Kirchberg, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Film. Christian Helms, Festivalkoordinator der Hansestadt Uelzen: „Wir sind froh, dass es wieder gelungen ist, die Uelzener Filmtage vollständig in Präsenz durchzuführen und zum ersten Mal ergänzt durch einen Live-Stream. So konnten Fans der Uelzener Filmtage auch online zuschauen.“

Erwartungsfroh und voller Enthusiasmus waren rund 60 junge Filmemacher aus ganz Niedersachsen am vergangenem Wochenende in Uelzen angereist, um spannende aber auch arbeitsreiche Tage zu erleben. Sie nutzten die Gelegenheit unter anderem von den Lüneburger Produzenten Sami Köppe und Timon Kraaz etwas über Filmproduktion zu lernen. Die Studentin der Filmuniversität Babelsberg, Ana M. Alarcón, gab ganz praktische Tipps zum Set Design.

Preisträger der Uelzener Filmtage 2022 im Überblick