Aus dem Archiv

Aus dem Archiv: Neueröffnung der Stadtbücherei am 12.05.1959

Am 12. Mai 1959 wurde das neue Büchereigebäude an der Marienkirche eröffnet, womit endlich eine moderne Einrichtung entstanden war, die den steigenden Besucherzahlen ausreichend Platz und ein zeitgemäßes Angebot bieten konnte. Ihre Wurzeln hatte die Bücherei in der 1912 gegründeten „Volks-und Jugendbücherei“, deren Inventar von 1088 Bänden aus den Beständen des Arbeiterbildungsvereins und des Lesezirkels der St. Marienkirchengemeinde stammte und im Direktorenzimmer der alten „Höheren Töchterschule“ untergebracht war. Nach dem ersten Weltkrieg war die Bücherei in der Ringstraße 53 in einer Gastwirtschaft untergebracht, wo es wohl irgendwann zu eng wurde, denn ab 1936 befand sich die Einrichtung im Clubhaus in der Lüneburger Straße, wo sie, von einer zeitweiligen Unterbrechung während des Zweiten Weltkrieges abgesehen, bis zum Neubau 1959 auch blieb.

1949/50 erfolgte die Fusion mit der bislang privat untergebrachten Kreisbücherei. In den folgenden Jahren wurde der Büchereibestand enorm aufgestockt und die Besucherzahlen nahmen deutlich zu, dass die Arbeitsbelastung für die drei Mitarbeiter kaum noch zu bewältigen war. Sie wurde zusätzlich durch die räumliche Situation erschwert, und es kam zu Überlegungen eines Büchereineubaus, der aber immer wieder zurückgestellt werden musste. Letztlich stimmte der Rat der Stadt Uelzen am 30. Januar 1957 einstimmig dem Beschluss des Verwaltungsausschusses zu, auf dem Grundstück an der Marienkirche den Neubau der Stadtbücherei zu beginnen.

Foto: Stadtarchiv Uelzen - Stadtbücherei 1959

Es wurde ein zweistöckiges Gebäude geplant, das im Erdgeschoss die Abteilung für die Jugend vorsah, während das obere Stockwerk den Erwachsenen vorbehalten wurde. Im Dachgeschoss wurde eine Wohnung für den Büchereileiter eingerichtet und bot gleichzeitig Raum für eine spätere Erweiterung der Bücherei. Der Umzug der Bücher erfolgte dann mit Unterstützung der Turnerjugend, und als die Bücherei im Mai 1959 feierlich eingeweiht wurde, wurde der Besucher in einem ganz im modernen Stil der 1950er-Jahre eingerichteten Gebäude empfangen.

Besonders die freischwingende Treppe, die die beiden Stockwerke miteinander verband, zog die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Eine weitere besondere Neuheit war die Freihandbibliothek, die die Besucher eigenständig in den Büchern stöbern ließ, was damals nicht nur auf uneingeschränkte Zustimmung traf. Aber die Moderne setzte sich durch, denn nicht nur Bibliothekare aus dem ganzen Norden reisten nach Uelzen, um sich das moderne Gebäude anzuschauen, sondern die Bücherei erfreute sich unter den Einwohnern aus Stadt und Kreis zunehmender Beliebtheit. 20 Jahre später, am 20. März 1979, wurde der Erweiterungsbereich eröffnet.

Quellen:
Bischoff, Rosemarie, Die Geschichte der Bücherei für Stadt und Kreis Uelzen, in: Der Heidewanderer,
Nr. 18, 13. Mai 1989, S. 73-76.
Egge, Reimer, Weddrien, Friedhilde, Die Bücherei für Stadt und Kreis Uelzen, in: 60 Jahre Kulturkreis
Uelzen. 1946-2006, Uelzen 2006, S. 129-134.
Egge, Reimer, „Wenn auch manches noch der Verbesserung bedarf…“ Uelzen von 1956 bis 1972,
Uelzen 2003, S. 63-70.
Foto Stadtarchiv Uelzen.

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