Heinrich Meyerholz

Heinrich Meyerholz ist am 04.11.1867 geboren und am 29.10.1953 verstorben. Ein Jahr zuvor, am 29.10.1952 ist Heinrich Meyherholz das Ehrenbürgerrecht verliehen worden. Über das Wirken von Heinrich Meyerholz lesen Sie einen Artikel aus der Allgemeinen Zeitung aus dem Jahr 1952:

Außergewöhnliche Ehrung eines verdienten Uelzeners

Eine außergewöhnliche Ehrung ließ der Rat der Stadt Uelzen in seiner gestrigen Sitzung einem der verdientesten Bürger unserer Stadt zuteil werden: Mittelschulrektor i. R. Heinrich Meyerholz wurde einstimmig :zum Ehrenbürger ernannt. In der siebenhundertjährigen Geschichte der Stadt Uelzen ist dies die zweite Ehrung dieser Art. Der erste Uelzener Ehrenbürger war von Linsingen, der von 1869 bis 1910 Uelzens Stadtoberhaupt war. Wie nach ihm wird auch nach Heinirich Meyerholz eine neue Straße benannt. Es ist dies die Verbindungsstraße zwischen Esterholzer und Gr. Liederner Straße, an der die große neue Uelzener Volksschule entsteht.

Heinrich Meyerholz, der in Kürze sein 86. Lebensjahr vollendet, hat sein ganzes Leben der Stadt Uelzen gewidmet. und sein rastloser Eifer kannte auch im hohen Alter kein Nachlassen, bis ihn vor einiger Zeit eine Krankheit ans Bett fesselte.

Jeder in Uelizen kennt ihn. In seiner überragenden Persönichkeit verbindet sich die abgeklärte Weisheit des Alters mit einer beispielhaften Tatkraft und einer formvollendeten Beherrschung der Rede als Ausdruck eines überlegenen Geistes. Die hohe Ehrung, die Heinrich Meyerholz jetzt zuteil wurde, trift einen Menschen, der sich ganz in den Dienst der Allgemeinheit stellte: als fortschrittlicher Schulmann, als aufgeschlossener Politiker und als vermittelnder Schiedsmann.

Heinrich Meyerholz - Ehrenbürger der Hansestadt UelzenDas Schulwesen der Stadt Uelzen hat Heinrich Meverholz Unendliches zu danken. Er war es, der als Rektor der ersten Stadtschule durch eine Denkschrift, die er am 19. November 1924 dem Magistrat einreichte, die Bildung der Uelzener Mittelschule erwirkte, deren Leitung er zu Beginn des Schuljahres 1925 übernahm. Zuvor hatte Meyerholz von 1896 an die erste Stadtschule geleitet und als er 1907 infolge der Errichtung einer Seminar-Übungsschule das städtische Schulwesen neu geordnet wurde, die gesamte Leitung des städtischen Schulwesens - mit Ausnahme der Oberschulen - übernommen. Bis zum 26. März 1932, also 36 Jahre nach seinem Amtsantritt in Uelzen, versah er dieses Amt mit einem solchen Erfolg und in einem so guten Einvernehmen mit dem Lehrkörper, dasser im Jahre 1950 bei der Fünfundzwanzigjahrfeier der Mittelschule feststellen konnte: „Meine Kollegen sowie meine zahlreichen ehemaligen Schüler und Schülerinnen haben mir auch nach der Schulzeit immer wieder ihre Treue bewiesen und mir ihre Zuneigung und Anhänglichkeit bewahrt." – Heinrich Meyerholz war außerdem von 1898 bis 1924 Leiter der gewerblichen Berufsschule und der von der Handwerkskammer eingerichteten Meisterkurse in Uelzen, und von 1910 arr wirkte er zwölf Jahre lang ehrenamtlich als Revisor der gewerblichen Berufsschulen in den Kreisen Uelzen. Isernhagen und Gifhorn. Meyerholz. der neben der vorbildlichen Wahrnehmung seiner hauptamtlichen Aufgaben immer noch Zeit und Kraft fand, sich so bedeutsamen Ehrenämtern zu widmen, war außerdem zeitweilig Kreisschulinspektor und Leiter der pädagogischen Arbeitsgemeinschaft für Junglehrer. Wahrlich, ein verdienter Schulmann, dem viele Menschen in Stadt und Kreis Uelzen wesentliche Grundlagen ihrer Lebenskenntnisse und -erfolge verdanken.

In der Uelzener Kommunalpolitik spielte Heinrich Meyerholz schon im ersten Weltkrieg eine Rolle, nachdem er 1917 zum Bürgervorsteher gewählt worden war. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahre 1930. Dann trat er als Senator in den Magistrat der Stadt Uelzen ein und versah diesen Posten drei Jahre lang. Am 10. Aug.1945 wurde er in den neugebildeten Stadtberatungsausschuss berufen. Als dann am 30. September 1946 wieder ein Rat der Stadt Uelzen gewählt wurde, zog Heinrich Meyerholz als gewählter Vertreter ins Uelzener Stadtparlament ein. Auch nach der zweiten Stadtratswahl im November 1948 blieb er Ratsherr und bis 1950 stellvertretender Bürgermeister. Dieses Amt legte er damals aus gesundheitlichen Gründen nieder, aber bis heute ist er Vorsitzender bzw. Mitglied aller wichtigen Ausschüsse des Rates der Stadt Uelzen in dessen jetzt zu Ende gehenden Amtszeit gewesen.

Eine ebenfalls sehr wesentliche Lebensaufgabe hat sich Heinrich Meyerholz in seinem Amt als Schiedsmann gewählt, das er 1921 übernahm. In dieser Eigenschaft hat er sich als Freund und Vater der Bedrückten erwiesen und so manchem wieder auf den rechten Weg geholfen. All seine Verhandlungen - fast 1500 Sühnetermine hat er durchgeführt – waren von einer echten Menschlichkeit und von wahrem Verständnis gekennzeichnet. Erst im Mai dieses Jahres zwang

ihn das fortschreitende Alter, dieses Amt niederzulegen, von dem er noch vor einem Jahre sagte: „Dieses Amt gibt Gelegenheit, wahren Dienst an der Allgemeinheit zu üben.“ Hier besonders hat sich die Würde des hohen Alters und das große pädagogische Geschick Meyerholz' tausendfach bewährt, denn immer ist er den Parteien ein Freund und väterlicher Ratgeber gewesen. Den fast 85jährigen zwingen heute gesundheitliche Rücksichten, sich von aller weiteren sichtbaren Tätigkeit für die Allgemeinheit fernzuhalten. Aber immer noch bietet er seine reichen Erfahrungen und seinen weisen Rat für uns alle. So ist denn die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an ihn die verdiente Auszeichnung eines hervorragenden Uelzeners, der wir uns alle anschließen.

 

 

 

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