Unternehmensbefragung 2024
Wie schätzen Unternehmen den Standort Uelzen ein?
Dieser Frage ist die Hansestadt im November 2024 in einer umfassenden Umfrage nachgegangen. Die Ergebnisse hat Natalie Boukadi, Wirtschaftsförderin der Hansestadt, im Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung am 5. Juni 2025 vorgestellt. Die Auswertung zeichnet ein differenziertes Bild, mit viel Rückhalt, aber auch Handlungsbedarf.



297 Unternehmen wurden eingeladen, an der anonymen Online-Befragung teilzunehmen. Mit einer Rücklaufquote von 17 Prozent wurden vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus Branchen wie Dienstleistungen, produzierendes Gewerbe, Handel, Verkehr oder Gastgewerbe erreicht.
Auszüge der Befragung
Erste Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen besonders die räumliche Kundennähe schätzen. Sie bewerten diesen Faktor als durchweg positiv. Auch die Straßenanbindung wird als wichtig und überwiegend zufriedenstellend eingeschätzt. Allerdings wird deutlich, dass die überregionale Infrastruktur verbessert werden könnte, was auf die fehlende Autobahnanbindung zurückzuführen ist. Der Anschluss an den Luftverkehr indes spielt für die meisten Unternehmen keine Rolle.
Ein kritischer Punkt ist die Mobilfunkversorgung. Für den Ausbau der Mobilfunknetze sind die privaten Mobilfunkanbieter verantwortlich. Die Hansestadt unterstützt den Ausbau aktiv.
Etwa 50 Prozent der befragten Unternehmen sind mit dem Standort Uelzen insgesamt zufrieden bis sehr zufrieden. Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen kurz- und langfristig ansässigen Unternehmen. Zwei Drittel bestätigen, dass eine starke Identifikation mit der Hansestadt besteht.
Entwicklungsperspektiven zeigen ein positives Bild. Fast zwei Drittel der Unternehmen erwarten in den kommenden fünf Jahren einen Umsatzanstieg, und die meisten planen, langfristig in Uelzen zu bleiben. Beim Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen sind die Meinungen differenzierter. Während über ein Drittel in den nächsten fünf Jahren keinen Bedarf sieht, gibt es auch Unternehmen, die Flächen benötigen. Die unterschiedlichen Anforderungen werden weiter untersucht, um passende Lösungen zu entwickeln.
Als Herausforderungen wurden Themen wie Künstliche Intelligenz, Wissenstransfer oder der Zugang zu Fördermitteln genannt. Diese Zukunftsfelder werden bereits maßgeblich von der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv begleitet.
Die Auswertung der Unternehmensbefragung finden Sie im Download-Bereich.
Austausch mit der Wirtschaft
Die Befragung war der erste Schritt. In der Folge haben Gesprächsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Wirtschaft stattgefunden. Die Ergebnisse der Befragung wurden auch in der Politik diskutiert. Um gemeinsam konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Uelzener Wirtschaft zu entwickeln, wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
Die Arbeitsgruppe Wirtschaftsförderung der Hansestadt Uelzen hat einen ersten Zwischenstand zur künftigen Ausrichtung der Wirtschaftsförderung vorgestellt. Seit Juni entwickeln Politik, Verwaltung und Uelzen aktiv gemeinsam strategische Leitlinien für den Wirtschaftsstandort.
Im Fokus stehen derzeit regionale Energie und Wertschöpfung, Gewerbeflächen, aktive Flächenvermarktung sowie Unternehmensservice und Netzwerke. Auch mögliche Schwerpunkte für künftige Unternehmensansiedlungen werden betrachtet. Die Ansätze werden im weiteren Prozess konkretisiert und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.