


Stadtwald
Der Stadtwald umfasst rund 1.000 Hektar westlich des Stadtgebiets. Er ist Erholungsraum, Naturraum, Wasserspeicher und Wirtschaftsfläche zugleich. Bewirtschaftet wird er vom Eigenbetrieb Stadtforst.
Seit 50 Jahren bauen wir den Stadtwald gezielt um. Wo früher fast nur Fichten und Kiefern standen, wächst heute ein vielfältiger Mischwald. Dieser Umbau ist die Antwort auf den Klimawandel: Längere Dürreperioden, Hitze und schwere Stürme fordern die Stabilität der Bäume heraus.
Warum Mischwald stabiler ist
Mischwälder sind widerstandsfähiger als reine Nadelholzbestände. Da die verschiedenen Baumarten unterschiedliche Kronenformen und Wurzeltiefen haben, nutzen sie Licht, Wasser und Nährstoffe besser aus. Das hilft dem Wald, Trockenheit, Stürme oder Schädlinge besser zu überstehen.
Heimische Laubbäume im Fokus
Bei der Wiederaufforstung werden vor allem Buchen und Eichen gepflanzt. Diese heimischen Arten sind stabil und kommen mit den Bedingungen vor Ort gut zurecht. Nadelbäume wachsen weiterhin nach, vor allem durch natürliche Verjüngung.
Raum für natürliche Entwicklung
Rund zehn Prozent des Stadtwaldes werden nicht bewirtschaftet. Dort beobachten wir, wie sich die Natur ohne Eingriffe entwickelt. Diese Erkenntnisse fließen in die weitere Waldpflege ein.
Bereits 1997 erhielt der Stadtwald das Naturland-Zertifikat, seit 2000 zusätzlich das FSC-Siegel.
Diese Zertifizierungen setzen klare Regeln:
- Pestizide bleiben verboten
- Kahlschläge unterbleiben
- Böden und Gewässer stehen unter besonderem Schutz
- Die Holznutzung bleibt streng begrenzt
Unabhängige Prüfer kontrollieren diese Vorgaben regelmäßig. Das Ziel: Den Wald nicht kurzfristig ausbeuten, sondern für Generationen entwickeln. Entscheidungen müssen Jahrzehnte überdauern. Die Siegel machen diesen hohen Anspruch belegbar.
Holz ist ein wichtiger Rohstoff, doch seine Ernte folgt im Stadtwald einem klaren Plan. Bäume werden nicht flächendeckend entnommen, sondern nur dort, wo es notwendig ist: für die Waldpflege, die Sicherheit der Wege oder den gezielten Umbau zum Mischwald.
Schonung für Boden und Pflanzen
Die Ernte erfolgt überwiegend im Winter, außerhalb der Wachstumszeit. Das schont die jungen Triebe und den Waldboden. Um die Bodenbelastung so gering wie möglich zu halten, rücken oft Pferde oder Seilwinden die Stämme aus dem Bestand. Schwere Maschinen kommen nur zum Einsatz, wenn es unvermeidbar ist.
Regionale Wertschöpfung
Das Holz bleibt überwiegend in der Region. Sämtliche Erlöse fließen direkt in die Pflege und die langfristige Entwicklung des Stadtwaldes zurück. So bleibt die Wertschöpfung vor Ort und sichert die Zukunft des Waldes.
Der Stadtwald ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für Uelzen. Ein Wegenetz von rund 60 Kilometern lädt zum Spazierengehen und Wandern ein.
Trinkwasser aus dem Stadtwald
Der Stadtwald sichert die Wasserversorgung der Stadt. Vor allem Laubwälder leiten Regenwasser effektiv in den Boden und füllen so das Grundwasser auf. Im Stadtwald liegen auch die Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke.
Kühlung für die Stadt
Der Stadtwald wirkt auch ausgleichend auf das Stadtklima: Er kühlt die Umgebung und bindet Kohlendioxid aus der Luft.
Der Stadtwald ist Lebensraum für viele Tierarten. Die Mischung aus jungen und alten Bäumen, Lichtungen und unberührten Zonen schafft Rückzugsorte. Vögel, Insekten, Amphibien und Säugetiere finden hier Nahrung und sichere Brutplätze.
Totholz voller Leben
Ein wichtiger Baustein ist das Totholz. Sowohl stehende als auch liegende Stämme bleiben im Wald, sofern sie niemanden gefährden. Sie sind Lebensraum für Insekten und Pilze und fester Teil des natürlichen Kreislaufs.
Gleichgewicht von Wald und Wild
Auch Wildtiere wie Rehe und Wildschweine gehören zum Stadtwald. Damit junge Bäume ungestört nachwachsen können und der Wald stabil bleibt, wird der Wildbestand reguliert. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Waldentwicklung und Tierbestand.



Wildgehege
Ein besonderer Ort für die Begegnung mit Wildtieren ist das Wildgatter nahe dem Klinikum – ein beliebtes Ausflugsziel für kleine und große Hansestädter. Hier leben Uhus, Ziegen, Wildschweine, Mufflons sowie Rot- und Damwild.
Füttern
Das Füttern der Tiere gehört vor allem für Kinder fest zum Ausflug dazu. Dabei gelten klare Regeln, um die Tiere zu schützen und ihre Gesundheit zu erhalten. Geeignete Futtermittel sind Waldfrüchte wie Eicheln und Kastanien, rohes Gemüse wie Möhren, Kartoffeln, Kohl oder Getreide wie Hafer und Mais. NICHT gefüttert werden dürfen: verarbeitete und gekochte Lebensmittel, fleischhaltige Lebensmittel oder Backwaren. Achten Sie unbedingt darauf, nur so viel zuzufüttern, wie die Tiere in kurzer Zeit fressen können.
Anfahrt und Parken
Das Wildgatter erreichen Sie über den Waldrand in Richtung Klinikum Uelzen. Kostenlose Parkplätze liegen in unmittelbarer Nähe. Direkt daneben befindet sich außerdem ein großer öffentlicher Kinderspielplatz. Die interaktive Karte zeigt, wie Sie dorthin gelangen.
Weitere Informationen erhalten Sie, wenn Sie auf die Symbole in der Karte klicken.









