Auf den Spuren der Hanse
Der erste schriftliche Beleg für die Zugehörigkeit Uelzens zur Hanse stammt aus dem Jahr 1374. Die Spuren dieser Zeit sind nicht immer offensichtlich – doch wer genau hinschaut, erkennt sie im alten Stadtgrundriss oder in der Bauweise einzelner Gebäude wie die Propstei, das Gildehaus oder die Ratsweinhandlung. Seit 2016 trägt Uelzen offiziell den Titel „Hansestadt“.
Handelsplatz mit Planung
Uelzen wurde im 13. Jahrhundert am westlichen Ufer der Ilmenau gegründet. Der mittelalterliche Stadtgrundriss ist bis heute erkennbar: breite Straßen, klare Parzellen, Marktflächen. All das deutet auf eine planvolle Gründung hin – mit Blick auf den Handel, wie in vielen Hansestädten.
Fernhandel und Rohstoffe
Ein Artikel aus dem Hamburger Schiffsrecht von 1270 nennt Uelzen im Zusammenhang mit einem Entladetarif für Buchenasche – ein Produkt zur Wollverarbeitung. Auch Tuche, Leinwand und Getreide waren Teil des hansischen Fernhandels. Uelzener Händler standen in Kontakt mit England, Norwegen, Flandern und dem Baltikum. Gleichzeitig entwickelte sich ein florierendes Braugewerbe mit Schwerpunkt auf den regionalen Markt.
Internationale Hansetage
Am 21. Oktober 1470 tagten Vertreter aus 14 Hansestädten in Uelzen. Sie verhandelten über ein Schutzbündnis, die sogenannte Tohopesate. Zwar kam keine Einigung zustande, doch es wurden Ergänzungen am Textentwurf beschlossen. Sechs Jahre später, 1476, wurde erneut in Uelzen beraten. Das Bündnis wurde schließlich in Bremen beschlossen. Heute ist Uelzen aktives Mitglied im Internationalen Städtebund „Die Hanse“ und nimmt auch an Internationalen Hansetagen statt. Der Internationale Hansetag 2026 fand in der polnischen Stadt Stargard statt.



Hansefest in Uelzen
Im September findet in Uelzen das Hansefest statt. Rund um den Schnellenmarkt verwandelt sich die historische Kulisse in eine faszinierende Zeitreise ins Mittelalter. Handwerkskunst, Gaumenfreuden, Gaukelei und stimmungsvolle Musik – ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie.



Gertrudenkapelle
Die Gertrudenkapelle stammt aus dem 16. Jahrhundert und lag damals vor den Toren Uelzens. Sie bot reisenden Kaufleuten einen geschützten Ort für Rast und Gebet, bevor sie die Stadt betraten oder ihre Handelsreise fortsetzten.
Damit erinnert die Kapelle an eine Zeit, in der Uelzen ein wichtiger Handelsort der Hanse war. Kaufleute zogen mit ihren Waren über weite Strecken und waren dabei auf sichere Wege, Herbergen und kirchliche Einrichtungen angewiesen. Die Gertrudenkapelle verbindet diese Handelsgeschichte bis heute mit dem religiösen Leben der damaligen Zeit.



Hanseführung durch die Innenstadt
Die Hanseführung „Auf den Spuren der Hanse“ führt Sie ins Uelzener Mittelalter. Unter dem Motto "Uelzen – echt ‘ne Hansestadt?" erzählt die Tour vom Leben in der Blütezeit der Hanse im 13. und 14. Jahrhundert. Dabei geht es nicht nur um Daten und Orte, sondern auch um das Leben der Menschen: Was aßen sie? Womit handelten sie? Welche Kräuter kannten sie? Wie fühlten sich Schafwolle und Leinen an? Und wie rochen Waren, die aus den hansischen Kontoren nach Uelzen kamen?
Die 2,5-stündige Führung spricht alle Sinne an und macht die Geschichte der Hanse anschaulich erlebbar. Zum Abschluss erwartet die Teilnehmenden ein historisches Mahl: der Uelzener „Hansehappen“.



Was war die Hanse?
Die Hanse war ein Bündnis von Städten und Kaufleuten mit Ursprung in Norddeutschland. Ihr Ziel: freier Handel und gegenseitiger Schutz vor Überfällen, Zöllen und Willkür auf See und an Land.
Daraus entstand ein weit verzweigtes Handelsnetz in Nordeuropa – von Nowgorod bis Brügge, von Bergen bis London.
Die Hanse war kein Staat, aber gut organisiert: mit Regeln, Versammlungen und gemeinsamen Entscheidungen. Zeitweise gehörten ihr bis zu 200 Städte an.